Throwback Thursday! Namibia-Tour Part II

Nachdem ich mittlerweile schon ein halbes Jahr wieder zurück in Berlin bin, hier nun der versprochene Teil 2 der Reise. Ich habe Lust, mit diesem Blogeintrag Erinnerungen zurückzurufen, während sich mir mit dem Blick aus dem Fenster ein Grauschleier aus Nieselregen eröffnet (Prosa!).

Also, kurz nochmal ins Gedächtnis gerufen, wir waren „zuletzt“ in Lüderitz, der kleinen Hafenstadt im Südwesten, hier nochmal die genaue Lage. Dort mussten wir nach zwei Stunden Aufenthalt schnell wieder zurück Richtung Klein Aus, wo uns die Geisterschlucht erwartete. In der Gegend gibt es Wildpferde. Oder Halbwildpferde. Sie sind damals von deutschen Soldaten in der Wüste zurückgelassen worden und daher nicht an die harten Bedingungen der hiesigen Natur angepasst. Es gibt sogar einen Wikipedia-Eintrag zu den sogenannten „Wüstenpferden“: https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCstenpferd .

Das Gelände von Klein Aus Vista, auf dem sich auch die Geisterschlucht befindet, erinnert an eine Ranch in den USA. Nach einer halben Stunde Fahrt vom Hauptgebäude mit Lodge, Restaurant und Co. erreicht man nun die Geisterschlucht: Man fährt in der Mitte von zwei Hügeln einen Weg entlang, der schließlich zu einem entlegenen Ort führt, von dem man denken könnte, man habe ihn als erster Mensch entdeckt, bis eine Blockhütte erscheint…

Zum Sonnenuntergang sind wir noch schnell auf den Hügel gewandert, um noch etwas Wärme abzubekommen. Abends haben wir – wie fast jeden Abend auf der Tour – auf einem Lagerfeuer gegrillt. Es war die einzige Nacht, in der wir nicht im Dachzelt geschlafen haben… Nach der Abfahrt aus der Geisterschlucht haben wir ein paar der Wüstenpferde gesehen. Es gibt eine private Stiftung und ein staatliches Hilfsprogramm zur Rettung der Wildpferde. Auf der Website gibt es Hintergrundinformationen (und schöne Ponyfotos).
Auch in der Geisterschlucht haben wir uns gedacht, dass man dort ruhig etwas länger hätte bleiben können, aber:

Wir mussten weiter Richtung Agama Valley in der Nähe von Sossusvlei, wo man die höchste Düne der Welt erklimmen kann.

Auf dem Weg nach Sossusvlei stiessen wir erneut auf kontrastreiche Landschaften. Wir bestiegen die Dune 45 und hatten das Glück, zum Schluss allein oben zu stehen. Auf dem Weg hatte ein Pärchen aufgegeben und die Rentnergruppe, die es fast bis oben geschafft hatte, war auch schon auf dem Rückweg… Nicht weit von der Düne entfernt liegt das Deadvlei (=Death Valley) mit rotem Sand und abgestorbenen Bäumen. Auch hier fanden wir weniger Touristen, als erwartet!

 

 

Unser Nachtquartier, das Agama Valley Camp, befindet sich mitten im Nirgendwo… Staubig, einsam, surreal. Aber auch hier gab es auf dem Campingplatz alles, was man (nicht unbedingt beim Campen) braucht: Lampe, Strom- und Wasseranschluss am Platz… Und nachts der Schakal…

Danach ging es weiter nach Swakopmund, auch am Meer, dort standen Sandboarden und eine Bootstour auf dem Plan…

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It’s been a long time.

Es ist schon über zwei Monate her, dass ich den letzten Blogeintrag verfasst habe. Aber dafür gibt es jetzt natürlich auch mal wieder mehr zu berichten.

In der letzten Zeit gab es wenig überraschenderweise mal wieder verschiedene Reisen.

Vor allem die zweiwöchige Rundreise in Namibia mit allem, was man sich dafür so wünschen könnte: Freund, voll ausgestattetes Auto mit Dachzelt, Feuerholz, Grillfleisch, Windhoek Draught, wunderschöne Sonnenuntergänge, unglaublich gegensätzliche Landschaften und natürlich Tiere!

Wir haben jeden Tag mindestens fünf Stunden im Auto gesessen, anders wäre diese Tour auch nicht zu schaffen gewesen. Das interessante daran war aber, dass die langen Autofahrten wirklich schön waren. Nach ein paar Stunden fanden wir uns immer wieder in einer neuen landschaftlichen Umgebung wieder. Meine Hauptbeschäftigung während der Fahrt war das Aus-dem-Fenster-Fotografieren. Leider haben wir uns vorher nicht weiter mit den Funktionen der neuen Kamera auseinandergesetzt, sodass viele Bilder am Ende bestimmt schöner geworden wären, wenn wir das vorher getan hätten.

Bei der Masse an Bildern sind neben den verwackelten zum Glück doch noch ein paar ganz gute dabei und statt uns in Windhoek vor der Reise die Gebrauchsanleitung durchzulesen sind wir erstmal Kapana (eine traditionelle Fleischspezialität, dazu Tomatensalat und Vetkoek, Anm.:Kann mir bitte jemand Vetkoek backen, wenn ich wieder da bin? Rezept bei Klick auf das Wort!) essen gewesen in Katatura, dem ehemaligen Township von Windhoek (Übersetzung sinngemäß etwa „der Ort, an dem wir nicht leben wollen“). Der Ortsteil von Katatura heisst Single Quarters und man isst Kapana auf dem Markt, auf dem man von der ganzen Kuh bis zum fertigen Fleisch alle Produktionsschritte beobachten kann, falls man das möchte. Hier spielt sich das Leben ab: Es gibt Billardtische, man kann Kleidung (z.B. Schuhe mit Sohlen aus alten Autoreifen, man kann bei der Arbeit zuschauen!) und je nach Angebot auch Möbelstücke, Gläser (aus alten Flaschen, Flaschenhals einfach in den Boden der aufgeschnittenen Flasche gesteckt!) und anderes kaufen. Man sucht sich einen der zahlreichen Stände aus und dann wird serviert. Gegessen wird mit der Hand, der Vetkoek dient sozusagen als Löffel. Hinter dem Markt gibt es Shebeens (=Kneipen), in denen man das gewünschte Bier oder den Tassenberg (günstigste Cuvée Namibias…) bekommt. Die Stimmung ist gut, Musik ist laut, Sonne scheint und die Leute sind vielleicht etwas angetrunken … Trotzdem: Single Quarters gilt als gefährlich, weil es dort eine sehr hohe Diebstahlrate gibt. Interessant: Keiner, den ich kenne, wurde dort bisher beklaut. Ich muss aber auch dazu sagen, dass wir bei unserer Ankunft mitbekommen haben, dass in das neben uns parkende Auto frisch eingebrochen worden war.

 

20160611_170811Nach der Kapana-Stärkung haben wir den Sonnenuntergang in der Winebar mitten in der Stadt mit Blick über Windhoek genossen und sind abends bei Freunden und danach Feiern gewesen. Es gab also Wichtigeres als das Lesen von Bedienungsanleitungen.

 

 

 

 

 

 

 

Die Reiseroute habe ich vorher genau geplant und dabei entdeckt, dass mir das echt Spaß macht. Die Abholung des Autos hat reibungslos funktioniert, wir haben eine detaillierte Einführung in die Funktionen des Geländewagens und des Equipments bekommen. Nachdem wir das Auto dann nach Hause gebracht und bepackt hatten wollten wir vom Grundstück runterfahren.

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Wir haben dummerweise vergessen, dass das Einfahrtstor automatisch zugeht. Erste Beule, erster Schreck, aber dann ging es halt einfach weiter: In den Süden. Das erste Ziel war eine Farm inmitten von roten Bergen, ca. fünf Stunden von Windhoek entfernt. Wir kamen gerade rechtzeitig vor dem Sonnenuntergang an und waren ganz allein! Die Stimmung war unbeschreiblich. Die Bilder geben vielleicht ansatzweise einen Eindruck dieser Atmosphäre:

 

Nach dem ersten Stop (morgens im Dachzelt aufwachen, Fenster auf und dann dieser Ausblick ist einfach unbezahlbar!) ging es weiter Richtung Westen, nach Kolmanskop, einer verlassenen Goldgräberstadt, die einst die Deutschen errichteten.

Die Stadt wird langsam von der Wüste zurückerobert, wenn man genau hinsieht, sieht man überall nicht nur Sand sondern auch Dünenpflanzen und kleine Wüstentiere wie Käfer, Agamen und Geckos. Schlangen sind wir glücklicherweise nicht begegnet. Wir hatten das Glück, eine private Führung zu bekommen. Im Anschluss an die Führung darf man das Gelände allein erkunden; gesagt-getan.

Ja, sogar eine Eisfabrik wurde in dem Ort errichtet. Das Haus oben links gehörte dem wohlhabendsten Mann der Stadt: Dem „Entertainment-Manager“. Auf Deutsch Vergnügungsdirektor? Oder vielleicht Happiness Chief Operator? Jedenfalls fehlte es den Menschen dort anscheinend an nichts, es gab eine Schule, einen Tanzsaal, Kegelbahn und Freibad – mitten in der Wüste! Kolmanskop ist etwa eine halbe Stunde von der beschaulichen Hafenstadt Lüderitz entfernt. Wie der Name schon verrät, wurde auch diese Stadt von den Deutschen benannt, Franz Adolf Eduard Lüderitz war der Namensgeber, um genau zu sein. Er hatte auch den Beinamen „Lügenfritz“, weil er wohl fragwürdige Maße für den Erwerb von Land verwendete (auch bekannt als „Meilenschwindel“).

Zurück in die Gegenwart: Die Stadt haben wir zu Fuß in anderthalb Stunden abgehandelt, mehr Zeit blieb uns leider nicht, denn es musste schnell weiter Richtung Geisterschlucht gehen!

 

 

Von Windhoek über die Tirasberge nach Kolmanskop und Lüderitz – das war die erste Etappe unserer Reise. Jedenfalls blogtechnisch. Im nächsten Eintrag geht es wie bereits angekündigt weiter zur Geisterschlucht, in den roten Sand nach Sossusvlei und weiter nach Swakopmund.

Namibiese diere. Campingwochenende in Erindi.

Schon wieder ist die Zeit seit dem letzten Blogeintrag viel zu schnell vergangen. Schuld ist die Erlebnisdichte hier.

Direkt nachdem ich aus Kapstadt zurück war, ging es auch schon weiter: Donnerstag Ankunft in Windhoek, Wäsche waschen, schlafen. Freitag schnell arbeiten und danach ins Auto nach Erindi.

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Erindi ist eine private Farm, die von allen Seiten wärmstens empfohlen wird. Sie liegt etwa 2-3 Stunden nördlich von Windhoek. Wir hatten uns dafür entschieden, mal wieder zu campen und los ging es. Wir kamen in der Dämmerung an und uns wurde sofort ein Anblick geboten, für den sich die Fahrt schon gelohnt hat. Der Campingplatz liegt an einem Wasserloch, das vor allem zur Dämmerung von verschiedenen Tieren besucht wird. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten, gingen wir also ohne Umwege zum Wasserloch:

Flusspferde, Giraffen, Krokodile, Oryxe, Eigentliche Kuhantilopen (Was’n das für ein Name…Ich finde“Hartebeest“ besser. Unbedingt auf das Wort klicken, sehr schöne Website, aber das nur am Rande! Mein Blog ist natürlich auch sehr schön.) und Kudus – in einer Entfernung von ein paar Metern.

Okay, man muss dazu sagen, dass diese Farmen meistens Tiere beherbergen, die gekauft und an den jeweiligen Ort „verpflanzt“ worden sind. Ein Flusspferd würde sich sonst wahrscheinlich eher nicht in diese trockene Region verirren. Flusspferde findet man in freier Wildbahn soweit ich weiss nur im Norden an den Flüssen Namibias, die ganzjährig Wasser führen.

Deshalb der Vorteil für die Besucher der Farm: Sehr wenig Wasser, Wasserloch neben dem Campingplatz: Jeden Tag Tiere da.

Den Campingplatz selbst kann man kaum mehr als Campingplatz bezeichnen. Ich habe noch nie so luxuriös gezeltet. Jeder Platz hat eine Outdoor-Küchenzeile mit Kühlschrank und Eisfach, Kochplatten, Wasserkocher und Wasser aus der Leitung. Ausserdem gibt es ein Badezimmerhäuschen (das so schön ist, dass ich kurz in Erwägung gezogen habe, im Bad zu schlafen) und natürlich die obligatorische Braai-Stelle.

Dass wir für den Braai vor Ort noch Feuerholz kaufen mussten, sollte uns am nächsten Tag noch retten…

Samstag wählten wir aus den verschiedenen Safari-Optionen die Selbstfahrertour, das heisst: Gegen ein Entgelt mit dem eigenen Auto durch den Park fahren und Ausschau nach Tieren halten.

Auf dem Weg passierte dann irgendwann das, was niemand möchte und mit Sicherheit fast jedem mal passiert: wir fuhren uns fest. In der Strasse war eine tiefe Kuhle, durch die wir (mit einem VW Polo!) fahren mussten. Auf der einen Seite lag ein grosser Ast, also hatten wir keine andere Wahl als auf der anderen Seite zu fahren. Leider war es dort sehr sandig und wir steckten ziemlich schnell fest. Aber nicht nur das, das Auto lag vorne auf. Zum Glück hatten wir im Kofferraum noch einen Sack voll Feuerholz, das wir zusammen mit einem Wagenheber und viel Aufwand unter die Reifen steckten. Irgendwann kamen wir dann frei – juhu. Eigentlich soll man im Fall einer Panne oder eines Unfalls im Park unter keinen Umständen das Auto verlassen. Das ist nur blöd, wenn kein einziges Auto vorbeikommt und man keinen Handyempfang hat, um eine der Notfallnummern des Parkpersonals anzurufen. Selbst gerettet, auch ok.

Löwen und Elefanten haben wir leider keine entdecken können und abends ging es zurück in unser Camp.

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Nachts wachte ich mehrmals auf, der Grund waren Löwen. Ich hatte keine Vorstellung wie laut diese Tiere brüllen, sehen konnte man aber immernoch keine… Ach, das Camp ist übrigens durch einen elektrischen Zaun geschützt.

Sonntag ging es morgens um 6.30 Uhr mit ein paar wenigen anderen Frühaufstehern auf einen geführten Game Drive. Der Guide hat nicht nur auf Tiere hingewiesen, sondern wusste genau Bescheid über die Lebenserwartung, Laufgeschwindigkeit, Anzahl der Nachkommen und die Lebensräume der jeweiligen Arten. Als erstes sahen wir einen Erdwolf, eine kleine Hyänenart, die in Erdlöchern wohnt. Danach dann wieder das volle Programm: Zebras, Giraffen, Kudus, Oryxe, Warzenschweine, Affen und zum Schluss… Löwen!

Die Löwen und Elefanten im Park tragen GPS-Sender und können geortet werden. Wir mussten einige Zeit suchen, bis wir sie fanden… Drei ausgewachsene Löwen. Zum Glück satt und etwas desinteressiert lagen sie tief im Busch versteckt. Mit dem eigenen Auto hätte man sie nie entdeckt.

 

Danach schnell zurück zum Wasserloch und noch den Krokodilen auf Wiedersehen gesagt.

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Schon ging es wieder ins Auto – zurück nach Windhoek. Auf dem Weg noch ne Cola getrunken. Fazit Erindi: Lekker!

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Kapstadt!

Letzte Woche gab es in Namibia einige Feiertage (nämlich drei, sodass ich mit einem Tag Urlaub 6 Tage frei hatte). Die konnte ich natürlich nicht in Windhoek verbringen. Also rein ins Flugzeug und auf nach Südafrika. Die Unwetterwarnung für das westliche Kap wurden ignoriert (Gewitter, Stürme, in höheren Lagen sogar Schnee). Zu Recht, wir hatten die ganze Zeit über Sonne und um 24 Grad.

Wir kamen abends in Kapstadt an und hatten eine wunderschöne Sicht auf die Stadt:

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Unser Hostel lag in Observatory, einem „aufstrebenden“ Viertel mit vielen kleinen Häuschen und Cafés. Es war richtig wohltuend, mal wieder in einer grösseren Grossstadt zu sein (3.7 Millionen Einwohner laut Wikipedia). Die Einwohner verteilen sich auf eine grössere Fläche, so gross kam mir Kapstadt irgendwie nicht vor. Aber wie soll man das nach fünf Tagen überhaupt beurteilen können.

Am ersten Tag fuhren wir nach Stellenbosch, kleine Juwel-Studentenstadt inmitten von Weinbergen. Den Wein mussten wir natürlich auch testen und haben ihn für gut befunden.

Zurück in Kapstadt gab es jeden Morgen in einem anderen Café gutes Frühstück und tagsüber Touristenvollprogramm mit Doppeldeckerroute und so.

Im botanischen Garten habe ich genau das gefunden, was mir in den letzten Monaten mehr oder weniger unbewusst gefehlt hat: Grün und feuchte Luft.

 

Next stop: Table Mountain. Da gab es dann auch wieder ein paar interessante Tiere zu sehen, Klippschliefer ( oder auch „Dassies“ oder „Klippdachs“) und kleine Agamen, die auf dem Tafelberg zu hunderten auf den Steinen herumlaufen.

 

Kapstadt hat eigentlich alles, was eine Stadt braucht: Meer, Berge, viel Sonne, freundliche Leute und sehr unterschiedliche Stadtteile. Trotzdem würde ich mich für Berlin entscheiden. Home is where the heart is.

Also au revoir Cape Town und erstmal zurück nach Windhoek.

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Im Norden: Rundu.

Hier ein sehr kurzer Blogeintrag, um einen Eindruck meiner Fahrt in den Norden vor zwei Wochen wiederzugeben!

Vor zwei Wochen hatte ich das Glück, eine Dienstreise in den Nordosten Namibias, nach Rundu in der Kavangoregion unternehmen zu dürfen – ins eigentliche Projektgebiet. Weg vom Schreibtisch und wortwörtlich ins Feld.

Wir kam im Dunkeln an und somit war die Aussicht auf den Kavango morgens beim Frühstück umso schöner. Gegenüber am Horizont liegt Angola. Im Kavango gibt es Flusspferde und Krokodile, gesehen habe ich aber leider oder zum Glück beide nicht.

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Nördlich des Veterinärzauns (also nördlich der umzäunten Privatfarmen) findet ein völlig anderes Leben statt, was auch das Landschaftsbild wiederspiegelt: Es gibt kaum Zäune, viele kleine „Kraals“ und viel mehr Menschen auf den Strassen (leider habe ich davon kaum Fotos).

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Im Rahmen eines Infotags für Bauern fuhr ich zusammen mit einer Kollegin zu einer Farm. Zusammen mit über 40 Bauern aus der Region habe ich einiges über die lokalen Herausforderungen nachhaltiger Landwirtschaft in Namibia erfahren können. Das Interesse war riesig, die Fragerunde am Ende dauerte drei Stunden.

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Bei meiner Kollegin, die direkt am Kavango wohnt, habe ich ein sehr entspanntes Wochenende mit traumhaften Sonnenuntergängen erlebt…

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Jerries on a farm.

 

Letzte Woche ging es nach überstandenem ersten Magenvirus (O-Ton Ärztin: „Willkommen in Windhoek. Hier sind Magenviren an der Tagesordnung.“) auf eine Privatfarm. Die Farm gehört den Eltern eines Bekannten eines anderen Praktikanten. Wir fuhren Samstag Vormittag zu neunt mit zwei Bakkies (Afrikaans: Pick-Up) in Richtung Karibib. Die Farm ist abgelegen (so wie eigentlich ausnahmslos alle Privatfarmen südlich des sogenannten Veterinärzaunes) und riesig (so wie eigentlich ausnahmslos alle Privatfarmen südlich usw…). Ich habe erfahren, dass die Farmen zu mindestens 90% in Deutschnamibischer Hand sind, so auch diese. Um mal eine Vorstellung zu bekommen: Von unserem Zeltort bis zum Haus fährt man ca. 20 Minuten und beides liegt nicht am Rand des Grundstücks.

Auf der Farm angekommen gab es erstmal ein bisschen 4×4-Action (Vierradantrieb…), Tierbeobachtungsausbeute: Bergzebras, Bokkies und ein Esel. Danach Dosenschiessen mit Schrot, Bier und Tinnitus.

 

Wir haben neben einem Felsen gezeltet (von dem ich leider kein Foto habe), mit Lagerfeuer, Zebrasteak und Windhoek Draught aus der Dose (gekühlt aus der batteriebetriebenen Kühltruhe auf der Ladefläche, luxuriös!). Zebra schmeckt ähnlich wie Schwein. Und Windhoek Draught aus der Dose geht spätestens nach dem zweiten auch.Bei 37 Grad Celsius ist aber der erste Schluck schon super!

Nachts hört man nichts. Wirklich NICHTS. Keine Grille, kein Vogel, nichts. Halbwüste. Wir waren früh im Bett (Bier leer) und sind ebenso früh aufgestanden, weil die Sonne schon um halb Sieben damit anfängt, die Zelte aufzuheizen. So hatten wir mehr vom Tag: Sonntag gab es Lagerfeuer-Katerfrühstück und danach wieder einen langen Game Drive (niemand sagt hier Safari). Unter anderem an einer alten Kalkmine vorbei, aus der zwei weisse Eulen flogen (zu schnell für die Kamera):

 

Auf der Farm steht eine alte Missionars(?)kirche (siehe Titelbild) und eine Schule. Skurill, inmitten der Landschaft und schon längst nicht mehr zum eigentlich Zweck genutzt stehen in der Kirche alte Pepsi-Kisten und Kettensägen herum.

Ach, und warum der Titel? Jerry ist der Name für Deutsche in Namibia (Nicht für gebürtige deutschsprachige Namibier!). Oreit (Alright), das war das Wochenende.

Back to Windhoek: Schlafen gehen, arbeiten.

 

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Erkunden II.

 

So, weiter geht’s!
Letztes Wochenende stand Swakopmund auf dem Plan – ein Ort an der Küste. Wir sind zu viert mit einem Mietwagen nachmittags in Windhoek losgefahren und haben eine ganze Weile gebraucht, weil das Überholen auf den Highways nicht ungefährlich ist, vor allem im Dunkeln. Also sind wir mit unserem Kleinwagen gemütlich LKWs, Bussen und Pickups (Afrikaans: Bakkies) hinterhergefahren. Der Ort ist einfach zu finden: nördlich aus Windhoek raus, eine Stunde geradeaus bis Okahandja, dann links abbiegen und nochmal drei Stunden geradeaus, auf der Hauptstrasse mitten in die Stadt und fertig.
Und so sah das aus:
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In Swakopmund sind wir im Hostel untergekommen, haben unser Zeug in die Ecke gestellt und sind nochmal in den Ort gelaufen. Swakopmund ist klein, was wir auch gleich zu spüren bekamen. Es war 22 Uhr und es gab leider nirgends etwas zu essen. Stattdessen gab es dann Bier, bis der Laden dann um 23 Uhr schloss.
Am nächsten Morgen war es mit dem Frühstück ähnlich: Vor zehn Uhr war es schwierig, ein Café zu finden, das geöffnet hatte. Aber so konnten wir zumindest schon mal den Ort erkunden.
Das Meer hat etwas von der Nordsee, es war nicht besonders warm, aber der grosse Unterschied ist die hohe Sonneneinstrahlung und… dass die Wüste direkt nebenan ist!
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Auf einer Touristen-Bootstour gab es am nächsten Tag wieder mal ganz viele Tiere zu bestaunen (man beachte die deutsche Socken-Sandalen-Kombi im Hintergrund):

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Eine Kormoran-Kolonie auf einem Schiffswrack (ganz vorn sieht man ein paar) und Delfine:
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Auf der Vormittagstour wurden Sherry, Sekt, Austern und Fisch serviert (in chronologischer Reihenfolge). Mir hätten die Tiere schon gereicht (siehe letzter Blogeintrag…), da wir aber nicht gefrühstückt hatten kam das sehr gelegen.

Am letzten Tag gab es noch einen kurzen Abzocker-Surfkurs ohne wirkliche Anleitung. Ich war echt schlecht und konnte in drei Stunden nicht einmal auf dem Board aufstehen. Hier also nur ein cooles Poserbild am Strand.

surfen

Gestern musste ich einen Platz für den Bus nach Swakopmund reservieren, ich fahre wieder hin. Nochmal ans Meer und auch nochmal surfen! Nächstes Wochenende ziehe ich um, aus Academia nach Olympia. Läuft bei mir.

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