It’s been a long time.

Es ist schon über zwei Monate her, dass ich den letzten Blogeintrag verfasst habe. Aber dafür gibt es jetzt natürlich auch mal wieder mehr zu berichten.

In der letzten Zeit gab es wenig überraschenderweise mal wieder verschiedene Reisen.

Vor allem die zweiwöchige Rundreise in Namibia mit allem, was man sich dafür so wünschen könnte: Freund, voll ausgestattetes Auto mit Dachzelt, Feuerholz, Grillfleisch, Windhoek Draught, wunderschöne Sonnenuntergänge, unglaublich gegensätzliche Landschaften und natürlich Tiere!

Wir haben jeden Tag mindestens fünf Stunden im Auto gesessen, anders wäre diese Tour auch nicht zu schaffen gewesen. Das interessante daran war aber, dass die langen Autofahrten wirklich schön waren. Nach ein paar Stunden fanden wir uns immer wieder in einer neuen landschaftlichen Umgebung wieder. Meine Hauptbeschäftigung während der Fahrt war das Aus-dem-Fenster-Fotografieren. Leider haben wir uns vorher nicht weiter mit den Funktionen der neuen Kamera auseinandergesetzt, sodass viele Bilder am Ende bestimmt schöner geworden wären, wenn wir das vorher getan hätten.

Bei der Masse an Bildern sind neben den verwackelten zum Glück doch noch ein paar ganz gute dabei und statt uns in Windhoek vor der Reise die Gebrauchsanleitung durchzulesen sind wir erstmal Kapana (eine traditionelle Fleischspezialität, dazu Tomatensalat und Vetkoek, Anm.:Kann mir bitte jemand Vetkoek backen, wenn ich wieder da bin? Rezept bei Klick auf das Wort!) essen gewesen in Katatura, dem ehemaligen Township von Windhoek (Übersetzung sinngemäß etwa „der Ort, an dem wir nicht leben wollen“). Der Ortsteil von Katatura heisst Single Quarters und man isst Kapana auf dem Markt, auf dem man von der ganzen Kuh bis zum fertigen Fleisch alle Produktionsschritte beobachten kann, falls man das möchte. Hier spielt sich das Leben ab: Es gibt Billardtische, man kann Kleidung (z.B. Schuhe mit Sohlen aus alten Autoreifen, man kann bei der Arbeit zuschauen!) und je nach Angebot auch Möbelstücke, Gläser (aus alten Flaschen, Flaschenhals einfach in den Boden der aufgeschnittenen Flasche gesteckt!) und anderes kaufen. Man sucht sich einen der zahlreichen Stände aus und dann wird serviert. Gegessen wird mit der Hand, der Vetkoek dient sozusagen als Löffel. Hinter dem Markt gibt es Shebeens (=Kneipen), in denen man das gewünschte Bier oder den Tassenberg (günstigste Cuvée Namibias…) bekommt. Die Stimmung ist gut, Musik ist laut, Sonne scheint und die Leute sind vielleicht etwas angetrunken … Trotzdem: Single Quarters gilt als gefährlich, weil es dort eine sehr hohe Diebstahlrate gibt. Interessant: Keiner, den ich kenne, wurde dort bisher beklaut. Ich muss aber auch dazu sagen, dass wir bei unserer Ankunft mitbekommen haben, dass in das neben uns parkende Auto frisch eingebrochen worden war.

 

20160611_170811Nach der Kapana-Stärkung haben wir den Sonnenuntergang in der Winebar mitten in der Stadt mit Blick über Windhoek genossen und sind abends bei Freunden und danach Feiern gewesen. Es gab also Wichtigeres als das Lesen von Bedienungsanleitungen.

 

 

 

 

 

 

 

Die Reiseroute habe ich vorher genau geplant und dabei entdeckt, dass mir das echt Spaß macht. Die Abholung des Autos hat reibungslos funktioniert, wir haben eine detaillierte Einführung in die Funktionen des Geländewagens und des Equipments bekommen. Nachdem wir das Auto dann nach Hause gebracht und bepackt hatten wollten wir vom Grundstück runterfahren.

P1000217

Wir haben dummerweise vergessen, dass das Einfahrtstor automatisch zugeht. Erste Beule, erster Schreck, aber dann ging es halt einfach weiter: In den Süden. Das erste Ziel war eine Farm inmitten von roten Bergen, ca. fünf Stunden von Windhoek entfernt. Wir kamen gerade rechtzeitig vor dem Sonnenuntergang an und waren ganz allein! Die Stimmung war unbeschreiblich. Die Bilder geben vielleicht ansatzweise einen Eindruck dieser Atmosphäre:

 

Nach dem ersten Stop (morgens im Dachzelt aufwachen, Fenster auf und dann dieser Ausblick ist einfach unbezahlbar!) ging es weiter Richtung Westen, nach Kolmanskop, einer verlassenen Goldgräberstadt, die einst die Deutschen errichteten.

Die Stadt wird langsam von der Wüste zurückerobert, wenn man genau hinsieht, sieht man überall nicht nur Sand sondern auch Dünenpflanzen und kleine Wüstentiere wie Käfer, Agamen und Geckos. Schlangen sind wir glücklicherweise nicht begegnet. Wir hatten das Glück, eine private Führung zu bekommen. Im Anschluss an die Führung darf man das Gelände allein erkunden; gesagt-getan.

Ja, sogar eine Eisfabrik wurde in dem Ort errichtet. Das Haus oben links gehörte dem wohlhabendsten Mann der Stadt: Dem „Entertainment-Manager“. Auf Deutsch Vergnügungsdirektor? Oder vielleicht Happiness Chief Operator? Jedenfalls fehlte es den Menschen dort anscheinend an nichts, es gab eine Schule, einen Tanzsaal, Kegelbahn und Freibad – mitten in der Wüste! Kolmanskop ist etwa eine halbe Stunde von der beschaulichen Hafenstadt Lüderitz entfernt. Wie der Name schon verrät, wurde auch diese Stadt von den Deutschen benannt, Franz Adolf Eduard Lüderitz war der Namensgeber, um genau zu sein. Er hatte auch den Beinamen „Lügenfritz“, weil er wohl fragwürdige Maße für den Erwerb von Land verwendete (auch bekannt als „Meilenschwindel“).

Zurück in die Gegenwart: Die Stadt haben wir zu Fuß in anderthalb Stunden abgehandelt, mehr Zeit blieb uns leider nicht, denn es musste schnell weiter Richtung Geisterschlucht gehen!

 

 

Von Windhoek über die Tirasberge nach Kolmanskop und Lüderitz – das war die erste Etappe unserer Reise. Jedenfalls blogtechnisch. Im nächsten Eintrag geht es wie bereits angekündigt weiter zur Geisterschlucht, in den roten Sand nach Sossusvlei und weiter nach Swakopmund.

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